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Deutschland

Frisch erlebt: Top 5 der Rheinromantik in Königswinter

By Posted on 4 4 m read

Rheinromantik auf Schloss Drachenburg

Der Drachenfels in Königswinter mit der Ruine der Burg Drachenfels ist eines der bekanntesten Symbole der Rheinromantik. Der verfallende Bergfried aus dem 12. Jahrhundert hoch über dem Rhein vereint die malerische Schönheit des Rheintals, Träume vergangener Zeiten und melancholisches Sinnen über die Vergänglichkeit des Menschen. Mein Tipp: Besucht das Schloss Drachenburg, das in den frühen 1880ern auf dem Drachenfels entstand. Es vereint einen wunderschön restaurierten Bau mit toller Aussicht. Wer sich wie ein richtiger Schlossher fühlen möchte, kann auf Schloss Drachenburg übernachten. Auch Trauungen sind auf Schloss Drachenburg möglich. Die Schönheit des Drachenfels macht ihn mit Recht zu Deutschlands meistbestiegenem Berg. Wem die knapp 250 Höhenmeter Aufstieg zu viel sind, der fährt in einigen Minuten Fahrzeit mit der Bergbahn hinauf.

Exclusives Catering in Schloss Drachenburg vom MARITIM Hotel Königswinter

Sammlung RheinRomantik im Siebengebirgsmuseum

Die Rheinromantik kam zunächst als literarisches Sujet des Reiseberichtes auf, später in Drucken, als touristisches Ziel und im 19. Jahrhundert mehr und mehr in vielfältigster Gestalt von Souveniren auf. All dies gibt es in der einzigartigen privaten Sammlung RheinRomantik zu bestaunen. Das Siebengebirgsmuseum zeigt zweimal im Jahr wechselnd Werke aus der 500 Exponate umfassenden Sammlung. Hinzu kommen Werke aus der Sammlung Stiftung Abtei Heisterbach, die die berühmte Chorruine des Klosters Heisterbach zeigen. Schaut euch das untenstehende Gedicht an – ist es nicht schön? Auch vielfache Zeugnisse der romantischen Rheinreisen und der späteren propagandistischen Nutzung werden gezeigt.

Ausflug nach Bad Honnef

Spaziergang am Rhein: Top 5 Tipps der Rheinromantik in Königswinter

Wenige Kilometer außerhalb von Königswinter liegt das kleine Bad Honeff mit malerischen Häuschen wie dem 125 Jahre alten Café Profittlich. Hier hat schon der einen kurzen Fußweg entfernt wohnende Adenauer stets gern seinen Kaffee getrunken, bis er mit dem Inhaber über dessen Pläne für eine Seilbahn zum Drachenfels schräg über Konrad Adenauers Garten in Clinch geriet – und diese kurzerhand “von oben” stoppte.

Weinprobe: Bad Honnef Weingut Broel

Weinprobe

Am Rande Bad Had Honnefs liegt das kleine Weingut Broel. Wer die Gelegenheit hat, dem sei eine Weinprobe ans Herz gelegt. Karl-Heinz Broel, der jüngste Spross der Familie Broel, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Weingut führt, bietet hier äußerst unterhaltsam eine Mischung aus Verkostung, Charme und Humor. Adenauer bestellte hier gerne Wein. Und eine Inschrift verweist auf die Stufe, auf der sitzend Adenauer mit einigen Ministerpräsidenten das Grundgesetz wenn zwar nicht beschloss, so doch begoss.

Spaziergang am Rhein

Auf keinen Fall darf bei einem Besuch in Königswinter das Flanieren entlang des Rheins fehlen. Der majestätische Strom ist und bleibt der Hauptdarsteller nicht nur der Rheinromantik, sondern auch jedes Aufenthaltes in Königswinter. Wir haben unsere Spaziergänge vom wunderschönen Hotel Maritim direkt am Ortskern und an der Rheinpromenade aus genossen.

Der Mönch von Heisterbach

Ein junger Mönch des Klosters Heisterbach
Lustwandelt an des Gartens fernstem Ort.
Der Ewigkeit sinnt still und tief er nach
Und forscht dabei in Gottes heil’gem Wort.

Er liest, was Petrus der Apostel sprach:
Dem Herren ist ein Tag wie tausend Jahr
Und tausend Jahre sind ihm wie ein Tag.
Doch wie er sinnt, es wird ihm nimmer klar.

Und er verliert sich zweifelnd in den Wald.
Was um ihn vorgeht, hört und sieht er nicht.
Erst wie die fromme Vesperglocke schallt,
Gemahnt es ihn der ernsten Klosterpflicht.

Im Lauf erreichet er den Garten schnell;
Ein Unbekannter öffnet ihm das Tor.
Er stutzt – doch sieh, schon ist die Kirche hell
Und draus ertönt der Brüder lauter Chor.

Nach seinem Stuhle eilend tritt er ein.
Doch wunderbar, ein andrer sitzet dort,
Er überblickt der Mönche lange Reih’n:
Nur Unbekannte findet er am Ort.

Der Staunende wird angestaunt ringsum,
Man fragt nach Namen, fragt nach dem Begehr,
Er sagt’s, da murmelt man durchs Heiligtum:
Dreihundert Jahre hieß so niemand mehr.

Der letzte dieses Namens, tönt es laut,
Er war ein Zweifler und verschwand im Wald;
Man hat den Namen keinem mehr vertraut,
Er hört das Wort, es überläuft ihn kalt.

Er nennt den Abt und nennt das Jahr.
Man nimmt das alte Klosterbuch zur Hand,
Da wird ein großes Gotteswunder klar:
Er ist’s, der drei Jahrhunderte verschwand.

Der Schrecken lähmt ihn, plötzlich graut sein Haar.
Er sinket hin, ihn tötet dieses Leid.
Und sterbend mahnt er seiner Brüder Schar:
Gott ist erhaben über Ort und Zeit.

Was er verhüllt, macht nur ein Wunder klar.
Drum grübelt nicht, denkt meinem Schicksal nach.
Ich weiß, ihm ist ein Tag wie tausend Jahr,
Und tausend Jahre sind ihm wie ein Tag.

(von Wolfgang Müller von Königswinter)

Frischverführt im HAUM – Neueröffnung des Herzog Anton Ulrich Museum Braunschweig

By Posted on 13 3 m read

Frischverführt im HAUM? Ja, ich habe mich verführen lassen! Im HAUM und vom HAUM. Das Herzog Anton Ulrich Museum ist wohl eines der sinnlichsten der deutschen Museen. Es rührt, berührt und verführt. Und nach jahrelanger Schließung strahlt es vollkommen neu gestaltet und in frischem Glanz.

HAUM – Spiel der Emotionen

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Ich steuere direkt auf Rembrandts Familienbild zu. Schön zu erkennen: Die farbliche Raumgestaltung im HAUM, hier blau, grün und rot.

 

Das Herzog Anton Ulrich Museum trägt nicht umsonst den Namen seines wichtigsten Sammlers: Er war es, der mit brennender Kunstliebe zusammentrug, was ihn am meisten interessierte: Werke, in denen Leidenschaft und Emotion am deutlichsten hervortreten. Das prägt die Sammlung bis heute. Und die neue Ordnung besonders der Gemälde im frisch renovierten Bau zeigt dies ganz deutlich. Die neue Dauerausstellung spricht den Besucher in ihrer Zusammenstellung nämlich im Herzen an, weniger im Kopf. So ist einer der zentralen Säle um Rembrandts berühmtes Familienbild der Familie in unterschiedlichen Formen gewidmet. Der Besucher sieht ringsum themenbezogen die Gemälde verschiedenster Künstler, die sich der Familie, besonders natürlich der heiligen Familie, widmen.

Rembrandt - Familienbild im HAUM

Rembrandt – Familienbild im HAUM

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So geht Familie auch: Cornelis de Vos – Familienbild im HAUM

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Cornelis de Vos – Familienbild im HAUM

 

Das Mädchen mit dem Weinglas - Vermeer im HAUM

Jan Vermeer – “Das Mädchen mit dem Weinglas” im HAUM

Zwei Schritte vorher setzt ein seitlicher Saal ein, der gruppiert um Vermeers “Das Mädchen mit dem Weinglas” das Thema der Verführung spielt. Ringsum wiegt das Spiel zart kaum verhüllter Körper, der Lust und kecker Avancen. Emotion desgleichen in den weiteren Räumen: Es wird gestorben (so in Fiorentinos “Sterbende Kleopatra” oder Pretis “Tod der Dido”), gemordet (in Rubens “Judith mit dem Haupt des Holofernes”) und gerafft (de Vos’ “Allegorie der Vergänglichkeit”).

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Rosso Fiorentino – “Sterbende Kleopatra” im HAUM

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Mattia Preti – “Tod der Dido” im HAUM

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Hans von Aachen – “Die drei Grazien” im HAUM

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HAUM – Spiel der Farben

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Neben dem Herzen dringt das HAUM dem Besucher bei Eintritt auch direkt in den Seenerv: Kahle, weiße Wände wird der Gast in der Gemäldesammlung vergebens suchen. Die hohen Wände (in den zentralen Räumen zweistöckig) sind mit spezial angefertigten, farblich exakt abgestimmter textiler Bespannung versehen, die die alten Meister ganz besonders zum leuchten bringt. Besonders fällt dies auf in einem Raum mit goldgegründeten Andachtstafeln auf kobaltblauer Bespannung. Der Hintergrund bringt die aufgebrachten Gemälde erst richtig zum Leuchten. Einzige Ausnahme ist der oben genannte Vermeer, dessen Kombination aus rotem Kleid, blauem Tischtuch und gelbem Obst nur auf Taubengrau so recht zur Geltung kommt.

HAUM – Sammlung der Neuzeit

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Die Malerei ist sicherlich mein Liebling im HAUM, doch findet sich im renovierten Bau natürlich auch so manches andere. So sind im zweiten Stock Porzellan, Möbel und Skulpturen zu sehen. Lediglich an der winzigen Sammlung von Textilien strebe ich mit leichtem Schauder schnell vorbei. Nennt mich einen Banausen, aber ich finde hierzu einfach keinen Zugang. Ich denke zurück an eine Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld, die sich ausschließlich der textilen Kunst widmete. So schnell habe ich ein Museum noch nie wieder verlassen.

Nicht so im HAUM. Unser Aufenthalt von zwei Stunden reicht allenfalls aus, eine grobe Orientierung zu gewinnen. Doch ich kann schon sagen: Es lohnt sich, hier mehr Zeit einzuplanen. Auch für Abwechslung wird gesorgt, so im bewusst als krassem Gegensatz zur übrigen Ausstellung gestalteten Raum zur “Intervention” junger Kunst, in dem derzeit Wolfgang Petrick im Wunderspiegel den Ground Zero thematisiert. Zumal im neugestalteten Museum auch mehr Raum für Sonderausstellungen vorgesehen ist. So wie vermutlich um die 700 weitere Museen in Deutschland wird auch das HAUM sich nächstes Jahr den 500 Jahren Reformation widmen und 2017 “Im Aufbruch – Reformation 1517 – 1617” zeigen. Es bleibt also spannend im Herzog Anton Ulrich Museum in Braunschweig. Frei nach dem neuen Motto:

Verführung garantiert!

Unser Gruppenbild von der Bloggerreise:

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Ein großes Dankeschön an das Herzog Anton Ulrich Museum für die private Führung und an das Stadtmarketing Braunschweig! Ulli schreibt auf Zypresse unterwegs von ihrer Stadtführung in Braunschweig. Jessy von Life Style Check berichtet in ihrem Beitrag von der Verführung zum Staunen.

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Frischverführt – Die Bloggergruppe vor Vermeers “Das Mädchen mit dem Weinglas”