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Kultur

MoMa New York – Hotspot der modernen Kunst

By Posted on 23 3 m read

Das MoMa New York

An der 53rd Street in New York, nur einen Steinwurf von der bekannten 5th Avenue entfernt liegt das MoMa, eines der bedeutendsten Museen moderner Kunst weltweit. Während unseres weihnachtlichen Shopping-Trips nach New York durfte das MoMa natürlich nicht fehlen. Ein Gang durch dieses Museum gleicht dem Blick in ein Who-is-who der Kunst der vergangenen Jahrzehnte: In jedem Raum finden sich zahlreiche Werke, größtenteils Gemälde, der bekanntesten Künstler.

Berühmte Künstler im MoMa New York

In meinem letzten Beitrag habe ich euch schon in Form eines Schlaglichtes eine für mich besonders interessante Ausstellung über modernes Wohnen und speziell die Frankfurter Küche beschrieben. Jetzt zeige ich euch die schönsten Werke des Museums.

Georges-Pierre Seurat - Grandcamp un soir, 1885, MoMa New York

Georges-Pierre Seurat – Grandcamp un soir, 1885

Seurat war einer der größten Vertreter des Pointilismus, einer Spätform des Impressionismus.

Vincent van Gogh - Sternennacht, 1889, MoMa New York

Vincent van Gogh – Sternennacht, 1889

Van Gogh ist ein Begründer der modernen Malerei. Im Post-Impressionismus anzusiedeln mit seinem unverwechselbaren, ausdrucksvollen Stil, beeinflusste er die Künstler des Expressionismus.

Paul Gauguin - The Seed of the Areoi, 1892, MoMa New York

Paul Gauguin – The Seed of the Areoi, 1892

Paul Gauguin war ein bedeutender Wegbereiter des Expressionismus.

Paul Cézanne - Château Noir, 1903/04, MoMa New York

Paul Cézanne – Château Noir, 1903/04

Das schwarze Schloss (Château Noir) von Paul Cézanne, einem romantischen, später impressionistisch beeinflussten Maler bis hin zum Übergang zur klassischen Moderne

Henri Matisse - Der Tanz, 1910, MoMa New York

Henri Matisse – Der Tanz, 1910

Matisse und Picasso waren die bedeutendsten Maler der Klassischen Moderne. Der Tanz ist wohl Matisses bekanntestes Werk.

Pablo Picasso - Les Demoiselles d'Avignon, 1907, MoMa New York

Pablo Picasso – Les Demoiselles d’Avignon, 1907

Wer kennt Pablo Picasso nicht! Les Demoiselles d’Avignon ist eines seiner bedeutendsten Gemälde, ein absoluter Bruch in der abendländischen Kunst, in dem Picasso sich über alle gängigen Konventionen hinwegsetzte und eine radikal neue Richtung, den Kubismus, schuf.

Paul Klee - Katze und Vogel, 1928, MoMa New York

Paul Klee – Katze und Vogel, 1928

Paul Klees Katze und Vogel aus der Bauhaus-Zeit. Paul Klee war ein deutscher Künstler, dem Expressionismus und Kubismus zuzuordnen.

Andy Warhol - Double Elvis, 1963, MoMa New York

Andy Warhol – Double Elvis, 1963

Andy Warhol ist bekannt als Mitbegründer der Pop Art und ihr größter Künstler. Hier seht ihr mich vor einer riesigen Pop Art Skulptur, “Love” von Robert Indiana. Und apropos Pop Art: Wenn ihr diese Kunstrichtung mögt – ich habe noch eine sehr schöne Ausstellung über Keith Haring in der Albertina in Wien besucht.

Robert Rauschenberg - Sky Garden, 1969, MoMa New York

Robert Rauschenberg – Sky Garden, 1969

Richard Avedon - The Beatles, 1967, MoMa New York

Richard Avedon – The Beatles, 1967

Richard Avedon – einer der größten Fotografen des vergangenen Jahrhunderts.

 

Man Ray - The Rope Dancer Accompanies Herself with Her Shadows, 1916, MoMa New York

Man Ray – The Rope Dancer Accompanies Herself with Her Shadows, 1916

Ludwig Mies van der Rohe - Sketch Museum Georg Schäfer, ca. 1960-63, MoMa New York

Ludwig Mies van der Rohe – Sketch Museum Georg Schäfer, ca. 1960-63

Joseph Beuys - Eurasia Siberian Symphony, 1963, MoMa New York

Joseph Beuys – Eurasia Siberian Symphony, 1963

Gerhard Richter - Tote, 1963, MoMa New York

Gerhard Richter – Tote, 1963

Faith Ringgold - Die, 1967, MoMa New York

Faith Ringgold – Die, 1967

 

Dieter Roth - Literaturwurst, 1960er Jahre, MoMa New York

Dieter Roth – Literaturwurst, 1960er Jahre

Dieses Werk des Deutschschweizers Roth besteht aus einer nach traditionellem Rezept zubereiteten Wurst, bei der lediglich statt Fleisch Bücherpapier verwendet wurde. Wer genau hinschat, kann noch einzelne Wörter ausmachen.

Kostenloser Eintritt im MoMa New York

Na, hast du Lust bekommen, dir dieses schöne Museum einmal selbst anzuschauen und bist vielleicht in der nächsten Zeit mal in New York? Aber für einen ersten Eindruck soll es vielleicht nicht zu teuer sein und du fragst dich – was kostet der Eintritt im MoMa? Komme ich umsonst ins MoMa? Und wie sind eigentlich die Öffnungszeiten im MoMa?

Der Eintritt kostet 25$. Für Senioren über 65 beträgt er 18$. Für Vollzeit-Studenten 14$. Und für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt kostenlos. Freitags von 16 Uhr bis 20 Uhr ist der Eintritt im MoMa für alle kostenlos. Meiner Erfahrung nach ist es hier zwar sehr voll, man muss aber nirgendwo lange warten und kann eigentlich trotzdem alles sehen. Lediglich vor Van Goghs Sternennacht musste ich vielleicht ein oder zwei Minuten warten und fühlte mich etwas gedrängt.

 

Öffnungszeiten im MoMa New York
Tage geöffnet
Sa – Do 10.30 Uhr – 17.30 Uhr
Fr 10.30 Uhr – 20.00 Uhr
Do (Juli-August) 10.30 Uhr – 20.00 Uhr
Thanksgiving / 25. Dezember geschlossen

Kochen wie am Fließband: Die Frankfurter Küche im MoMa

By Posted on 13 4 m read

MoMa – Hotspot der modernen Kunst

Deutschsprachige Plakate finden sich in der ganzen New Yorker Ausstellung.

 

Während unseres Trips nach New York war natürlich auch das MoMa, das Museum of Modern Art, ein absoluter Pflichtpunkt auf unserem Besichtigungsprogramm. Dieses Museum liegt in Midtown Manhattan, an der 53rd Street und dicht an der 5th Avenue gelegen und nicht weit entfernt von der Radio City Music Hall, dem Trump Tower, der St. Patrick’s Cathedral und – vor allem – Victoria’s Secret. Hier findet sicht eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst. Die Ausstellung beschreibe ich euch in einem anderen Beitrag. Hier geht es heute lediglich um ein einziges Exponat: Die Frankfurter Küche.

Wohnen neu gedacht

Le Corbusier: Chaise Longue und Sessel

Von Mitte der 20er bis in die 50er Jahre gab es eine große Bewegung, das Leben und Wohnen der Menschen in der modernen Zeit neu zu denken, sich von althergebrachten Mustern zu lösen und mit den modernen Mitteln, die Elektrizität, Gas, Sperrholz, Kunststoffe, etc. boten, neu zu denken. Ich hatte schon das Glück gehabt, in Paris einige Werke Le Corbusiers bestaunen zu können: Maison La Roche, Pavillon Suisse und Maison du Brésil. Der Architekt war aber neben weiterem auch als Stadtplaner und Möbeldesigner aktiv. Einige Konzepte Le Corbusiers waren für die damalige Zeit revolutionär. So zum Beispiel seine aus den Möglichkeiten des Stahlbetons geborene Idee, die zwei klassischen Funktionen einer Wand, das Tragen und das Trennen, voneinander zu lösen. So kam er zu der heute eigentlich bei jedem größeren Gebäude zu findenden Struktur aus tragenden Stahlbetonpfeilern, die ein festes Gerippe bilden und einer nicht tragenden Fassade, die mittlerweile auch gerne aus Glas bestehen darf, sowie flexibel verschiebbaren Innenwänden. Das wäre mit den klassischen tragenden Mauerwänden nicht realisierbar. Auch großzügige Freiflächen unter einem überkragenden, aufgeständerten ersten Stock sind so möglich.

Ein neues Kochen

Hier aber, im MoMa, bot sich die Gelegenheit, sich mit den Revolutionen im Inneren zu beschäftigen. Und so boten sich tatsächlich einige schöne Einblicke in die frühen modernen Entwürfe zu Inneneinrichtung und modernen Wohnkonzepten. Was mich aber wirklich vom Hocker riss, war eine originale Frankfurter Küche. Ich hatte schon viel über diesen Archetyp der heute von uns allen als selbstverständlich angesehenen Einbauküche gelesen, aber noch nie eine gesehen. Hier wurde ein Lösungsschritt zur effizienten Raumnutzung in beengten Wohnungen in einer – vorher eher unüblichen – Trennung der Küche vom Lebensraum (die in den letzten Jahren mit offenen, teils gar in den Wohnraum integrierten Küchen wieder zurückgenommen wird) gesehen. Die Küche wurde sodann auf ausschließliche 1-Frau-Nutzung, geringsten Platzbedarf und vor allem auf höchst effiziente Nutzung getrimmt.

Frankfurter Küche – Effizienz als Gestaltungsziel

Begeisterung für eine neue Form der Energie: Dank Aufbau der städtischen Gasnetze (zur Beleuchtung) setzte sich gegen die Jahrhundertwende der Gasherd durch. Der Kühlschrank feierte in den späten 20ern seinen Durchbruch. In der Frankfurter Küche wird er weggelassen.

 

Le Corbusier Raumteiler

Der Taylorismus ist ein aus der industriellen Produktion der Jahrzehnte um 1900 stammender Ansatz, der auf Effizienzmaximierung in der Produktion durch die Analyse und Optimierung von Arbeitsabläufen abzielt. Viele Konzepte fallen hierunter, wie die Entlohung nach Leistung. Ein wichtiges Merkmal ist aber die genaue (mit Stoppuhr) Messung der für Arbeitsschritte benötigten Zeit und die weitestmögliche Verkürzung dieser Zeit. Dieses Prinzip wurde nun auf die Küche angewandt.

Die Küche – ein Kunstwerk für sich

Frankfurter Küche: Links der Herd, im Hintergrund die Arbeitsplatte mit Müllfach, links hiervon das Bügelbrett, rechts Spüle, Schütten und Kochkiste

Und so ist jedes winzige Detail der Frankfurter Küche durchdacht und so ausgelegt, dass kurze Wege, kleine Drehungen und nah beieinander liegende Arbeitsschritte entstehen: Auf der Arbeitsplatte wird geschnitten. Doch wohin mit dem Müll? Aufstehen und zum Mülleimer gehen? Nein: Direkt an der Arbeitsplatte befindet sich ein Mülltrichter, in den der Schnitt einfach beiseite gefegt wird und schon kann weiter geschnitten werden – Sekunden gehen verloren statt vielleicht einer Minute. Beim Spülen muss nicht in einem Becken eingeweicht, gewartet und das ganze wieder ausgeräumt und dann mit dem Spülen begonnen werden. Nein – es gibt zwei Becken. Rechtes Becken einweichen, linkes Becken spülen, wieder links daneben ein Ständer zum Abtropfen. Weniger Körpereinsatz und Zeitverlust geht kaum. Und so geht es weiter. Auch die einheitliche Produktion und modulare Kaufmöglichkeit war auf Effizienz ausgelegt. Die Frankfurter Küche ist so ein allein stehendes Meisterwerk einer ganz eigenen Denkrichtung. Man muss sie nicht lieben und heute würde sie sich fraglos niemand zuhause einbauen wollen. Aber sie beeindruckt auf ihre Weise.

Frankfurter Küche: Jeder Weg ist genau durchgeplant

Im MoMa ist die komplette Küche zu bewundern: Die völlig neuen einheitlichen Aluminiumschütten für Reis und andere lose Zutaten. Das integrierte Bügelbrett und nicht zu vergessen auch der Stuhl für die ermüdete Dame des Hauses. Hier sind viele Konzepte zu erkennen, die bis heute die Gestaltung unserer Wohnungen und insbesondere der Küche prägen.

Städtetrip nach Basel: Claude Monet in der Fondation Beyeler

By Posted on 22 3 m read

Basel – ein Muss für Architekturfans

Fondation Beyeler © Stephan Schacher

Ein Städtetrip nach Basel lohnt sich immer: In diesem Mekka moderner Architektur mit seiner wunderschönen Altstadt, in der noch zahlreiche Bauten aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben sind, werden sich alle Kenner und Freunde der Baukunst voll und ganz zuhause fühlen. Eine Attraktion ist natürlich das Basler Münster mit seiner Verbindung gotischen Stils mit der alten Romanik. Auch der Ackermannshof oder das Wildt’sche Haus sind sehenswert, aber bekannt ist Basel natürlich vor allem für seine moderne Architektur.

In den 80er und 90er Jahren sind hier moderne Bürobauten international renommierter Architekten wie Herzog & de Meuron (bekannt für Bauten wie die Elbphilharmonie, Erweiterung der Tate Modern, Allianz-Arena oder das “Vogelnest”, das Pekinger Nationalstadion von den Olympischen Spielen 2008) entstanden. Werke von neun Träger des größten Architekture-Preises, des Pritzker-Preises, finden sich in Basel. Wer Rotterdam oder Düsseldorf mag, wird Basel lieben. Und wer nach langen Besichtigungs-Streifzügen müde von seinen Erkundungen ist, lässt den Tag entspannt in einem der vielen großartigen Restaurants der Stadt kulinarisch ausklingen. Und Basel lässt sich sehr angenehm besichtigen! Die Stadt am Rhein verfügt nämlich über ein angenehm mildes, fast schon mediterranes Klima. So lässt sich z.B. auch der Zoo Basel, der größte Tiergarten der Schweiz, sehr angenehm besuchen.

Basel – Zentrum der Kunst

Monet – In der Barke, 1887 © RMN-Grand Palais (Musée d Orsay) Hervé Lewandowski

 

© Kunstmuseum Basel Julian Salinas

Und nicht umsonst gilt Basel als die Kulturhauptstadt der Schweiz: Mit der “Art Basel” findet eine der weltweit wichtigsten Kunstmessen jährlich in Basel stadt. Die Museumsdichte mit fast 40 Museen ist weltweit einzigartig, die Sammlungen sind von hohem Rang und immer wieder gibt es auch hochkarätige Sonderausstellungen zu sehen. So auch aktuell die Sonderausstellung “Monet” in der Fondation Beyeler. Das meistbesuchte Kunstmuseum der Schweiz wird 20 Jahre alt und diese Ausstellung wird das Highlight des Ausstellungsjahres 2017: Vom 22. Januar bis zum 28. Mai 2017 gilt es hier den großen Impressionisten zu bestaunen.

Monet und die Impressionisten

 

Tinguely Brunnen © Basel Tourismus

Monet ist einer der frühesten und gekanntesten Impressionisten. Sein Werk “Impression, Soleil levant” gab sogar der ganzen Bewegung der Impressionisten und ihrem Malstil mit seiner flirrenden, lichtfassenden Malweise ihren Namen. Besonders sein großes Opus an Gemälden der Seerosen in dem Teich in seinem Garten in Giverny ist bekannt. Nach Monets Tod wurden sie zunächst wenig geschätzt, die ausstellende Orangerie in Paris war wenig besucht. Dies änderte sich allerdings Mitte des vergangenen Jahrhunderts deutlich, als Hunderte Künstler aus den Vereinigten Staaten nach Paris reisten und Monets Werk verstärkte Beachtung fand. Gerade auch eine Ausstellung 1949 in Basel trug zur Bekanntheit bei.

Die Fondation Beyeler vereint 62 Monets zur Sonderausstellung

Ich selber hatte das große Vergnügen, Monets Gemälde im Musée d’Orsay und der Orangerie zu sehen. Sehr angetan hat es mir dabei die Serie der “Kathedrale von Rouen”. Hier zeigte Monet seine Idee, ein und dasselbe Motiv zu unterschiedlichen Tageszeiten zu malen und so das Spiel des Lichtes im Tageslauf zu zeigen. Fünf der insgesamt 33 Gemälde umfassenden Serie waren im Musée d’Orsay zu sehen. Eines befindet sich auch in der Fondation Beyeler. 62 Werke Monets werden jetzt in der aktuellen großen Sonderausstellung in der Fondation Beyeler aus Museen weltweit, wie dem Musée d’Orsay in Paris oder dem Metropolitan Museum in New York zusammengeführt.

Auch das Umfeld lohnt

Rathaus © Armin Smailovic

Wer noch etwas Zeit mitbringt, sollte auch die nähere Umgebung der Stadt erkunden: Basel liegt im Dreiländereck, in dem sich Deutschland, Frankreich und die Schweiz treffen. Hier gibt es vielfältige Ausflugsmöglichkeiten: Zürich, Bern, der Bodensee Freiburg oder auch Straßburg sind nur kurze Autofahrten entfernt. Auch der Kanton Basel-Landschaft ist touristisch bestens erschlossen.

Landestelle © Basel Tourismus

Also: Mit oder ohne Monet – beim nächsten Urlaub in der Schweiz sollte Basel nicht fehlen!

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Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie und Beethovens 9. Sinfonie mit Lichtershow

By Posted on 14 3 m read

Letzte Woche war ich in Hamburg und durfte den Hype um das Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie miterleben: Als ich am Mittwoch Abend im Zug nach Hamburg saß, sprachen alle nur von der Elbphilharmonie, überall in den Nachrichten, Zeitungen und Social Media gab es nur ein Thema: Die Eröffnung der “Elphi” und der grandiosen Lichtershow. Natürlich habe ich es im Livestream verfolgt. Und nun war ich zufällig auch in HH und habe Donnerstag Abend einen freien Slot gefunden, um mir das Objekt der Aufregung einmal näher zu betrachten…

“Elphi”- Konzertsaal von Weltrang

Der Bau hat sich ja über viele Jahre hingezogen, hat ein vielfaches der ursprünglich veranschlagten Baukosten verschlungen, strahlt aber jetzt im fertigen Glanze. Was auch immer der Einzelne von der Vorgeschichte, besonders den Kosten des Baus hält, so sind sich eigentlich alle Kommentatoren einig, wenn es um die Bewertung des Ergebnisses geht: Es ist ein Konzertsaal von Weltrang entstanden und ein neues, strahlkräftiges Symbol für Hamburg. Manch einer sieht hier ein der Oper von Sydney ebenbürtiges Haus. Die Elphi ist prägnant – ob sie den Symbolwert des Sydney Opera Houe erreicht, muss sich noch zeigen. Die Elbphilharmonie hat übrigens das knapp Zehnfache der ursprünglich veranschlagten Summe gekostet. Im Falle der Oper Sydney war es fast das 15-fache.

Die Weinbergarchitektur der Elphi

 

Wie dem auch sei: Der in Weinbergarchitektur gebaute Saal (er erstreckt sich ähnlich einem Amphitheater quasi ringförmig rund um die Bühne des Orchesters) hat nach herrschender Meinung eine der besten Akkustiken weltweit. Mit großem Aufwand wurde der Saal vollständig von äußeren akkustischen Einflüssen entkoppelt, die Wandbeschalung streut den Schall und verhindert Hall, Computermodelle untersuchten die Schallverteilung und erlaubten, die negativen Klangeinflüsse stehender Wellen noch besser zu verhindern als es die Bauform sowieso schon tut.

Die Neugierde führt zu einem großen Andrang: Es wurde gewitzelt, dass es zunächst eigentlich egal ist, wer hier auftritt – selbst eine Abendveranstaltung, in der eine Reinigungskraft auf dem Kamm bläst, würde ausverkauft sein. Nun, ich bin leider nicht in den Genuss einer Kammbläserin gekommen. Tickets für die ersten Vorstellungen wurden zu vierstelligen Preisen nachgefragt – da warte ich doch lieber ein  Weilchen ab. So war ich Donnerstag abends in Hamburg und fand mich bei leichtem Regen an den Landungsbrücken wieder. Um mich herum viele Interessierte, es wurde öffentlich Musik gespielt.

Wir bekamen Hunger und gingen ins nahegelegenen Fischrestaurant. Ein Ehepaar sprach uns eigentlich wegen der Musik im Brauhaus an, ob sie denn zu laut sei und fragt ob sie mir gefällt. Aus Spaß sage ich, dass ich lieber Seemanslieder höre und so kommen wir in ein nettes Gespräch. Es stellt sich heraus, dass das Ehepaar Hamburger Urgesteine sind und nur wegen der Lasershow an der Elbphilharmonie und Beethovens 9. Sinfonie gekommen sind, die gleich durch die Lautsprecher ertönen werde. Danke für den Tipp!
So ging es zurück zur Elphi. Wir haben die Lasershow, Beethovens großartige Musik, aber vor allem den neuen Blick auf die wunderschöne Elbphilharmonie genossen. Ich muss sagen: Alle Computermodelle haben die tatsächliche Schönheit untertrieben. Das Juwel, das hier entstanden ist, ist wirklich allein für sich eine Reise wert! Überzeugt euch von den Fotos selbst! Übernachtet habe ich im Motel One und dann Novum Style Hotel. Zwei schöne Hotels, die mir gut gefallen haben. Preislich liegt der Unterschied in Höhe von 79€ zu 41€ pro Übernachtung ohne Frühstück. Im Motel One gab es sogar vegane Sojamilch und glutenfreie Brötchen beim Frühstücksbuffet.

Motel One Hamburg Alster: Das Zimmer

Veganes Frühstück im Motel One Hamburg Alster

Tempel der Bildung in New York – Public Library und Morgan Library

By Posted on 18 3 m read

New York Public Library

In New York liegt eine der größten Bibliotheken der Welt: Die New York Public Library beherbergt 51 Millionen Werke. Sie war unser erstes Ausflugsziel in New York. Schon vor dem Gebäude stechen die beiden großen steinernen Löwen Fortitude und Patience ins Auge. Sie tragen um die Weihnachtszeit immer Kränze um den Hals. Außerdem sahen wir kleinere Kränze um den Hals von Büsten im Inneren. Das beeindruckende Beaux Arts Gebäude wird durch eine hohe Halle betreten. Einige Lesesäle, so zum Beispiel ein Zeitungslesesaal liegen im Erdgeschoss, der große Lesesaal im ersten Stock. Auch die Durchgangshalle im ersten Stock ist sehr beeindruckend. Das Büchermagazin jedoch, in dem der Großteil der Bücher liegt, befindet sich in einem nachträglichen Erweiterungsbau unterhalb des angrenzenden Bryant Parks und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Werke werden an Tresen ausgegeben. Es handelt sich außerdem um eine Präsenzbibliothek, deren Exemplare das Gebäude nicht verlassen.

Die New York Public Library hat ein Exemplar der originalen (B42) Gutenberg-Bibel. Den Wettbewerb der Gutenberg-Bibeln gewinnt jedoch eine zweite New Yorker Institution: Die Morgan Library.

Pierpont Morgan Library

 

sDiese von Jean Pierpont Morgan begründete Institution beherbergt nämlich deren drei, darunter eines der besonders raren Pergament-Exemplare. Der Ursprung der Bibliothek und ihrer Sammlung ist jedoch ein ganz anderer. Sie entstand nämlich als Hobby des berühmten US-Bankiers J.P. Morgan. Unsere Bibliotheks-Führerin bezeichnete sie als seine “Man Cave”. Für mich war eine Man Cave bisher ein verstaubter Kellerraum, in dem der Herr des Hauses dem ungestörten Handwerken, Fernsehen und Biertrinken nachgehen kann. Das Hauptgebäude der Morgan Library jedoch vermittelt den Charakter eines antiken römischen Palazzos mit edelsten Gesteinen, Mosaiken und hohen Säulen.

Im Gebäude der Bibliothek sind Raritäten aus den Sammlungen Morgans zu besichtigen, so zum Beispiel eine spannende Kollektion von Rollsiegeln, Jahrtausende alt und Zeugen der sehr hoch stehenden künstlerischen und handwerklichen Entwicklung der damaligen Zeit. Auch das Arbeitszimmer J.P. Morgans ist zu besichtigen, in dem der mächtige Privatbankier Geschichte geschrieben hat.

J.P. Morgans Arbeitszimmer – ein Ort der Geschichte

Als in der Börsenpanik des Jahres 1907 ein Bank-Run auf die Trust Company of America begann, organisierte Morgan zunächst einen Verkauf von Aktiva des Unternehmens, sodass die Bank bis zum Ende des Geschäftstages liquide blieb. Dies war aber nicht ausreichend und Morgan wusste wohl, dass mehr Geld nötig war, um ein Überleben durch und über den kommenden Tag sicher zu stellen. In der Nacht versammelte er die Präsidenten der anderen Trust Companies, verschloss die Tür und ließ sie nicht mehr heraus, bis sie um Mitternaht zustimmten, Kredite von 8 1/4 Millionen $ auszugeben, was der Bank über den nächsten Tag half. Am Morgen des Folgetages zahlte Cortelyou um die 25 Millionen  bei unterschiedlichen New Yorker Banken ein, John D. Rockefeller, der reichste Mann in Amerika, zahlte weitere 10 Millionen bei Stillman’s National City Bank ein, was sie auf einen Schlag zur Bank mit den größten Reserven aller New Yorker Banken machte. Diese Aktionen halfen die Bank-Runs zu überwinden und waren auch der Anfang vom Ende der Börsenpanik.

J.P. Morgans Arbeitszimmer – New York

J.P. Morgans Mancave ging übrigens testamentarisch an Morgans Sohn über, der jedoch der testamentarischen Empfehlung seines Vaters nachkam und das Gebäude samt der hierin enthaltenen Sammlung der Öffentlichkeit übergab.

Knapp zwei Jahre nach diesem Besuch durfte ich den Prunksaal der Hofburg und Nationalbibliothek Wien besuchen und fühlte mich trotz ganz anderen Stils und Bau in einer weit früheren Zeit durch dessen Pracht und Dimensionen an diese beiden Bibliotheken erinnert.

Ein sündiger Genuss: Bosch by Night Walking Dinner

By Posted on 14 2 m read

Letzten Samstag verbrachten wir unter Dämonen und Fabelwesen: Bevor wir nach Breda fuhren, um dort in der Kirche zu übernachten, wandelten wir in s’Hertogenbosch auf den Spuren des berühmten Renaissance-Malers Hieronymus Bosch.

Hieronymus Bosch: Bizarre Gemälde aus s‘Hertogenbosch

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Seine Bilder sind gefüllt mit bizarren Gestalten: Da sind Hybride aus Mensch und Tier, wahre menschenfressende Monster und leidende Geschöpfe. Zu seinem 500ten Todestag widmet seine Heimatstadt s’Hertogenbosch ihrem berühmten Sohn zahlreiche über die Stadt verstreute Statuetten, spezielle Touristenangebote wie thematische Bootsfahrten, und immer wieder besondere Veranstaltungen. Jetzt stand die Lichtshow „Bosch by Night“ auf dem Programm, doch dazu gleich mehr.

Bosch by Night Walking Dinner – im Zeichen der Sieben Todsünden

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Aperitif in Lux – Bosch by Night Walking Dinner

Erst einmal konnten wir uns nach der (gar nicht so langen) Anreise bei einem WalkingDinner im Zeichen der Sieben Todsünden stärken. Sieben Todsünden… Geht’s nicht auch eine Nummer kleiner?! Ich fürchte nicht! Auf dem Menü standen IRA (der Zorn), SUPERBIA (die Eitelkeit), GULA (die Gefräßigkeit) und LUXURIA (die Lust):

Voll Zorn zum Bosch by Night Walking Dinner

Los ging es mit einem gepflegten Zorn direkt an der Hotelbar. Mein Mann brauchte bei der Ankunft ewig, um sich „die Nase zu pudern“ und wir verpassten die Busabfahrt – da passte dieser kleine Appetizer IRA recht gut zu meiner Stimmung…

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Zorn weicht Eitelkeit

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So fuhren wir mit Öffis in die Stadt. Zum Glück hatte sich eine Gruppe Ortskundiger, die im selben Hotel übernachteten und auch zum Walking Dinner wollten, ebenfalls verspätet. So gingen wir gemeinsam. Im wunderbaren Szenelokal LUX wich der Zorn, als mir der Spiegel vorgehalten wurde: Die Austern-Vorspeise SUPERBIA wurde in einem Salzbett auf einem Spiegel als Teller serviert.

Höhepunkt des Walking Dinner in Bosch

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Nun folgten zwei Höhepunkte aufeinander: Der lukullische Höhepunkt war die Hauptspeise GULA im Golden Tulip Hotel Central. Dieses Restaurant ist vom renommierten Restaurantführer, dem Gault Millau, mit einer Kochmütze (ähnlich einem Stern vom Michelin) ausgezeichnet worden. GULA stellte sich heraus als ein Allerlei aus etlichen kleinen Tiegeln, durch den Kellner (mit Bosch-Krawatte) am Tisch präsentiert und aufgelegt. Der optische Höhepunkt war Bosch by Night:

Eine wunderschöne Lightshow

Lightshow - Walking Dinner in s'Hertogenbosch

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Lightshow – Walking Dinner in s’Hertogenbosch

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Auf einem zentralen Platz der Stadt gab es eine Lightshow, in der auf den Fassaden der Gebäude bunt und effektvoll eine Geschichte erzählt wurde. Wir kennen das schon von der tollen {Lichtshow bei den Bielefelder Nachtansichten}Link diesen Sommer, aber wir waren wieder hellauf begeistert.

Ein süßer Abschluss des Bosch by Night WalkingDinner

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Zu guter Letzt ging es zum Dessert LUXURIA in die Allerlei-Visserij: Hier gab es ein leckeres Zitronen-Sorbet aus dem Glas. So fuhren wir randvoll mit Impressionen und leckeren Genüssen wieder zurück ins Hotel.